Rendevouu mit Fliegenluu
Sonntag, November 23rd, 2008Also: ich bin Gaby, die Freundin von Ralf, der hier besser bekannt ist als “Fliegenluu”.
Ich möchte hier jetzt auch mal eine Geschichte zum Besten geben. Wer weiß, vielleicht werden es im Laufe der Zeit ja auch 2 Geschichten. Stoff dafür liefert Fliegenluu nämlich ehrlich gesagt am Laufenden Band. Aber da auf dieser erfolglosen Angelseite ja eher Angelgeschichten gefragt sind und weniger die Rubrik “Männer erfolglos im Haushalt”, beschränke ich mich in der Auswahl meiner Geschichten entsprechend.
Als erstes möchte ich aber gerne niederschreiben, wie unser erstes “romantisches Rendevouz“ verlief.
Es war ein trüber Sommersonntag, wir kannten uns recht frisch und es bestand auf beiden Seiten eine gewisse “Hingezogenheit”. Wir verabredeten also, am kommenden Sonntagnachmittag einen Ausflug an einen abgeschiedenen Ostseestrand zu machen. Vielleicht würden wir uns ja hier ein wenig näher kommen?
In der Realität, war der auserkorene Sonntag jedoch trübe und Regen kündigte sich an. Aber uns waren offenbar andere Dinge wichtiger. Im Nachhinein weiß ich jetzt auch, was für Fliegenluu wichtig war … Nun, wie auch immer. Wir brachen also am späteren Sonntagnachmittag in Hamburg auf und knetereten in Fliegenluus altersschwachem Polo gen Osten. Spät am Nachmittag bereiteten wir unsere Picknickdecke aus und unsere Sonntagnachmittagsaktivitäten: Ich hatte 4 Flaschen Cola-Light und ein paar Rollen Menthos besorgt, mit denen wir Cola-Fontänen bauen wollten.
Hier das Video: Light-Show am Ostseestrand
Fliegenluu hatte seine Flohmarktangelrute (damals gerade frisch erworben und sein ganzer Stolz) nebst einer Rolle von einem mächtig dicken Gummifaden undefinierbarer Bonbonfarben, der schwimmen kann und damit was ganz Besonderes sein sollte. (Bei dieser Art von Faden wundert mich persönlich ja nicht, dass man mit solch einem hässlichen megadicken Prügel nichts fängt. So doof sind selbst Fische nicht. …und so geschmacksverirrt.) Nachdem wir die Cola-Menthos Aktion mit mäßigem Erfolg aber viel Enthusiasmus beendet hatten, machte Fliegenluu sich voller Eifer über sein Flohmarkt Angelensemble her: nachdem die Angel ausgepackt, zusammengebaut und dreimal geschwungen war, wurde der bonschefarbene dicke Gummifaden auseinandergewickelt und …mächtig vertüdelt. Anschließend beschäftigte Fliegenluu sich dann ungefähr 3 Stunden (genauer gesagt bis zur vollkommenen Dunkelheit) damit, den bonschefarbenen dicken Gummifaden wieder zu enttüdeln. Sprechen konnte er dabei leider auch nicht, zu viel Konzentration musste in den bonschefarbenen Haufen gesteckt werden.
Mittlerweile hatte es, wie vorherzusehen war, auch angefangen zu nieseln, was dem Romantikfaktor nicht gerade zutrug. Zu Fliegenluus Glück hatten wir aber auch eine Flasche Rotwein im Gepäck, so das ich mir den Nachmittag (und den Mann…) schön trinken konnte.
Ach so, nur für den Fall, dass es hier auch zwischenmenschlich interessierte Leser gibt und nicht nur Schneider: als dann kurz vor der Dunkelheit der Gummifaden wahrhaftig enttüdelt war, hat Fliegenluu sich doch tatsächlich noch mal an meine Anwesenheit erinnert und - was soll ich sagen- immerhin sind wir seit 2,5 Jahren mehr oder weniger erfolglos ein Paar.
Dank dem Rotwein!






