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Vermaledeiter Beifang…

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Oft saß ich kopfschüttelnd vor dem Fernseher während ich mir Reportagen über die Leerfischung der Meere angesehen habe. Der Beifang, der sich wohl nicht vermeiden läßt, wird achtlos wieder ins Wasser geworfen… zu klein, falsche Fischart, alles landet wieder im Wasser - aber meist eben nicht mehr lebend…

So erging es mir nun ansatzweise - falsche Fischart!

Die ersten warmen Tage im Jahr habe ich genutzt um mal wieder an den Vereinsteich zu fahren. Ich wollte meine selbstgeklöppelten Wooly Bugger ausprobieren. Andere anwesende Angler belächelten mich nur als ich anfing mit der Rute zu wedeln. “Ich sehe aber keine Fische springen” und “Mit Fliege?” waren die ersten Sprüche, die ich mir anhören mußte.
Dank des Windes waren meine ersten Würfe auch eher in den Wicken als im Wasser und ich hörte schon die hohe Anglerschaft leise kichern, als ich eine Forelle springen sah. Wie der aktive Fliegenfischer nun mal ist, gleich an die Stelle gelaufen und den schwarzen Wooly Bugger versenkt. Abwarten, einstrippen - nix. Nochmal - nix….. das ging ca. 20 Minuten so…

OK, vielleicht liegt es an der Farbe. Einen knallgelben Wooly Bugger drangebummelt und ab damit in den Teich. Wieder nix. Wieder ein paar Minunte nix. OK, noch einmal, dann noch eine andere Farbe.
Ausgeworfen, den Bugger auf Tauchstation geschickt und währenddessen in der Fliegendose nach bunten Alternativen gesucht. Ah, ein blau-orangener sollte herhalten. Also rein mit dem gelben - nanu, wat war das. Ich merkte gleich einen Widerstand und schlug an. Nun ging es rund, ein vollkommen neues Gefühl wenn irgendwas an der Angel hing - und es war dieses Mal kein Laub, kein Ast, keine Pflanze - es bewegte sich. Und wie.

Die Rute krumm, bewegte sich das “etwas” am Grund und liess sich nur schwer hochpumpen - eine Forelle kämpft nicht so, das muß was anderes sein…. Dank meiner überaus hässlichen, aber effektiven, Polbrille konnte ich schon relativ schnell erkennen um was es sich handelte, da am anderen Ende der Schnur. Ein Karpfen - zugegeben, nicht wirklich das, was ich fangen wollte, aber wer fragt schon danach :-)

Nach gefühlten 10 Minuten wurde der Bursche müde und ich konnte ihn landen. Heidewitzka, mein erster Fisch an der Fliegenrute - aber keine Forelle. Messungen ergaben - 50 cm, 2400 Gramm! Kein Prachtexemplar, aber den Nachbarn hats geschmeckt.

Nachdem sich das Adrenalin im Körper wieder verdünnisiert hatte ging es weiter und ich schenkte dem gelben Bugger eine weitere Chance. Und Potzblitz, ein harter Biss erfolgte keine 5 Minuten später - nicht auf Grund, an einer kleinen Kante - das konnte eigentlich nur eine Forelle sein. Aber nix war mit der Herrlichkeit - die Forelle wollte nicht.

OK, dann doch nochmal den schwarzen Bugger. Gleich beim ersten Wurf wieder ein Biss, es zog heftig, keine 3 Meter vom Ufer entfernt - aber auch hier war die Forelle schlauer als ich. Nun wußte ich auch, dass es sich um eine Forelle handelte, da ich diese dank meiner (ihr wißt schon) Brille sehen konnte.
Das gleich Spiel dann nochmal und dann war Sense.

Die anderen Angler machten dicke Backen, da ich an diese Tag der einzige war, der nicht Schneider geblieben ist - aber eben Forellen-Schneider :-)

Heiliger Bimbam, was mache ich nun? Mich umbenennen in ElCarpo? Die ganze Seite umbenennen in “erfolgreichforellenschneider.de”? Da muß ich nochmal drüber grübeln - bei einer weiteren erfolgreichen Schneider-Angelei…

Bis dann, Euer ElCar… äh, ElForello

4 Responses to “Vermaledeiter Beifang…”

  1. Jan Says:

    ElCarpo? Nee … Ich gebe mir ja auch keinen neuen (Nach)Namen, wenn ich gezwungen werde, eine Prosecco zu trinken …

  2. ElForello Says:

    Jan Prosetschoschenker klingt auch nicht dolle :-)
    Aber ich werde das gleich mit Fliegenluu besprechen, mit dem mache ich schön Mittag…

  3. Jan Says:

    Na dann mal schöne Grüße und guten Appetit :-)

  4. fliegenluu Says:

    Na das kann ja nur eine Ausnahme sein…
    Wenn wir wieder zusammen fischen gehen, werden wir schon erfolgreich scheider bleiben! Dafür sorge ich dann.

    p.s. Mittag war lecker. Es gab kein Fisch.

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