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20 + 2 in Norwegen

20 + 2 ist kein neues Kartenspiel sondern die Ausbeute während meines diesjährigen Urlaubs in Norwegen.

Aber der Reihe nach. Die erste Woche sind meine Holde und ich durch Norwegen an die Küste gezuckelt - ich hatte extra keine schwerere Spinnrute eingepackt, da ich die letzten Jahre auf den Lofoten vom Land nicht wirklich erfolgreich war und dieses Jahr sollte es ja ein Fliegenfischer-Urlaub werden. Wenn schon, denn schon!

Wir kamen irgendwann ins Oldedal und bezogen eine traumhafte Hütte direkt am Oldevatnet. Wochenkarte gekauft und den einzigen Tip vom Campingplatzmann erhalten: “Wurm”! Auf die Frage, ob Fliegenfischen hier überhaupt lohnt, kam die Antwort: “Wurm”. Ich verstand und versuchte es trotzdem.

Großer klarer See, einige Ringe an der Oberfläche, aber kaum Insekten zu sehen. Am Campingplatz-eigenen Zufluss ein paar Steine umgedreht und Köcherfliegen- und Maifliegenlarven gesehen. Da geht was.

Norwegen 09 Norwegen 09

Also ging es mit Nymphen los, nix - Streamer, nix - Nassfliege, nix. OK, also doch eine Trockenfliege rauf, eine kleine Midge sollte es richten. Auch nix… bis ich anfing die Fliege ruckartig einzustrippen. Sobald die Fliege unter Wasser war biss die erste Örret - wie die Forelle in Norwegen genannt wird.

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Guter Start - die Viecher bissen also nicht nur auf Wurm.

Ich probierte andere Stellen am See aus und fing jeweils nur mit der Midge ein paar Örret, die aber allesamt auch nicht so riesig waren. Abgesehen davon hätte ich eh keine mitgenommen, die Fische sind zu schön um dass ich denen auf den Kopp hauen könnte.

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Ich fand eine super schöne Stelle und warf wie ein junger Gott per Doppelzug und konnte Stellen erreichen, die ich bisher nicht für möglich hielt. Mein Dummenglück hielt an - das Wetter war gut und ich konnte direkt auf einen Punkt werfen an dem Sekunden vorher eine Örret stieg. Zack, die Midge wurde inhaliert und es begann ein netter Drill einer 33cm-Örret. Ich hätte nie gedacht, dass Fliegenfischen soooo viel mehr Spaß macht als das Plumpsangeln.

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Ein Erinnerungsfoto für meinen Kumpel Fliegenluu und ab ging es wieder in den Oldevatnet. Ich komme wieder und fange ihn nochmal, dann aber mindestens 35cm groß.
Ich fand noch eine weitere gute Stelle, die ich in Wathose erreichen konnte und alleine das Werfen in dieser tollen Kulisse reicht mir - das ich im Oldevatnet insgesamt 17 Forellen und 2 Seesaiblinge gefangen habe, war schon fast Nebensache. Die Seesaiblinge waren lediglich ca. 20 cm groß und bissen auf ein tief geführtes Hasenohr.

Zum Glück hatte ich meine Fliegenklöppel-Box mit und so konnte ich Midges binden, die an diesem See ausschliesslich für die Örrets gut waren. Also war ich auch ohne Wurm erfolgreich :-)

Weiter ging es dann irgendwann ins Setesdal an die Otra, die auf den ersten Blick wenig vielversprechend aussah - sehr flach aber kristallklar. Der Campingplatz lag direkt an dem Fluß und ich konnte schnell in die Wathose schlüpfen und ins Wasser steigen. Wieder war wenig an Insekten zu sehen - aber genug Ringe von steigenden Fischen an der Oberfläche.

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Die erste Örret war schnell gefangen - klein, aber schön. Ich hatte das Gefühl, dass die Fische mich veralbern wollten, denn sie stiegen um mich rum - aber zu weit um sie anzuwerfen. Nicht mal mit meinem hingepfuschten Doppelzug. Aber je länger ich ruhig blieb umso dichter kamen die Fische und ich konnte eine Örret anwerfen, die die Midge (auch hier war die Midge die Killerfliege) im Sprung vertilgte. Es war eine 29-cm Bachforelle, die schon ordentlich Rabatz an der Rute machte. Dann noch eine kleine und der Tag war für mich perfekt abgerundet…. Ich konnte es aber nicht lassen und versuchte mich noch an einer anderen Stelle. Viel geworfen, nichts gefangen, bis ich anfing die Midge langsam einzustrippen. Eine Örret sprang und nahm die Midge, ich setze den Anschlag, die Örret sprang wie wild 2 mal aus dem Wasser, schüttelte sich und der (natürlich) widerhakenlose Haken flutschte wieder heraus. Das war ein Mordsding - da ich nicht mit den sonstigen Übertreibungen der Angler gleichziehen will, sage ich mal, dass sie mind. 40 cm groß war :-)

Zu meinem Unglück habe ich mir dann die Wathose geschrottet und das Angeln war vorbei, da es vom Ufer aus nicht möglich war mit der Fliege zu fischen.
Aber nach insgesamt 20 Forellen und 2 Saiblingen war der Angelurlaub für mich perfekt! Und in der Gewissheit im nächsten Jahr wieder in Norwegen fischen zu können, habe ich die Örrets im Wasser gelassen um sie 2010 rauszuholen…

Und wieder stelle ich mir die Frage - bin ich noch erfolgreich Schneider? Oder bin ich jetzt “erfolgreich Schneider ausserhalb Skandinaviens”? :-)

In diesem Sinne,
Euer ElForello

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